Drama in Education

Mag. Monika Lindner, MA

  

Erfahrungen und Kompetenzen, die ich im Rahmen des Hochschullehrganges "Methode Drama" an der KPH Krems erworben und mit dem Master abgeschlossen habe, kommen nicht nur seit Jahren im Rahmen der unverbindlichen Übung "Darstellendes Spiel", sondern auch im sogenannten Regelunterricht zur Anwenden. Was lehrt nun aber die Methode Drama, die immer mehr auch zum Erziehungsprinzip und zur Arbeitsphilosophie von Lehrerinnen und Lehrern wird?

Was lehrt DiE die Teilnehmer und Teilnehmerinnen auf sozialem und persönlichem Gebiet und welche Theaterkompetenzen vermittelt es? Radka Svoboda, die ich als wunderbare Seminarleiterin kennengelernt habe, hat dazu einen sehr kompetenten und prägnanten Artikel in der Theater- Zeitschrift "Subtext" herausgebracht, in dem sie sich zu den Wirkungsweisen von DiE äußert:

Drama in Education
  • Es lehrt, die Welt um uns herum und Prozesse in ihr wahrzunehmen.
  • Es lehrt, die umgebende Gesellschaft wahrzunehmen und sich in ihr zu orientieren, auch sich selbst als vollwertiges Mitglied dieser Gesellschaft wahrzunehmen.
  • Es lehrt die Fähigkeit zu qualitätsvollem Dialog, der nicht nur die Fähigkeit braucht, die eigenen Gedanken und Argumente auszudrücken, sondern auch aktive Zuhörerschaft.
  • Es lehrt effektive Kooperation, während man gemeinsam mit anderen an vorgegebenen Aufgaben und ihrer Lösung arbeitet.
  • Es lehrt, die eigene Arbeit ebenso wie die Arbeit der anderen wertzuschätzen und objektiv auszuwerten.
  • Es lehrt, Verantwortung zu übernehmen für sich selbst und für die anderen, die eigene Arbeit, die Arbeit der anderen und die der ganzen Gruppe.
  • Es lehrt, die eigene Kreativität, Phantasie und Imagination auf konstruktive Art zu nutzen.
  • Es lehrt gesundes Selbstbewusstsein und Toleranz. Welche Theaterkompetenzen vermittelt DiE?
  • Drama in Education
  • Es lehrt, in eine Rolle einzusteigen, in ihr zu handeln und sowohl innerhalb als auch außerhalb dieser Rolle unterschiedliche Probleme zu lösen.
  • Es lehrt, in der Rolle und in vorgegebenen Umständen zu improvisieren und zu handeln. Es lehrt den Eintritt in die Welt der Fiktion und gleichzeitig die Wahrhaftigkeit und Konkretheit des theatralen Ausdrucks, d. h. den wahrhaftigen dramatischen Selbstausdruck im Rahmen der Fiktion.
  • Es lehrt, Meinungen und Gefühle des dargestellten Charakters öffentlich zu zeigen, besonders innerhalb eines Konflikts.
  • Es lehrt, unterschiedliche, manchmal gegensätzliche Charaktere darzustellen, darin authentische Gefühle zu empfinden und einen dramatischen Dialog zu kreieren.
  • Es lehrt die Gesetze von Raum und Zeit, nicht nur fiktional, sondern auch real.
  • Es lehrt Tempo und Rhythmus von Handlung, Abstufung, Kreation und Behandlung der inneren Spannung innerhalb und außerhalb der Rolle.
  • Es lehrt den Umgang mit Licht, Ton, Musik, Kostümen und Grundlagen der Bühnengestaltung.
  • Es lehrt das Nutzen von Kontrast, das Entstehen von Spannung und den Aufbau von Konflikten.
  • Es lehrt grundlegende theatrale Ausdrucksmittel, Auswahl und Gebrauch der passenden Theaterform, Wahrnehmungsmittel für Unterschiede und Vorteile von bestimmten Theaterformen und -prozessen in konkreten Situationen.

  • Drama in Education

    Drama bringe, so Svobodova, zunächst Motivation, weil die ganze Persönlichkeit lernt, das heißt Verstand, Körper und Seele und führe zu einem tiefen Verstehen.

    Ein ganzheitlicheres Lernen, auf allen sinnlichen und kognitiven Ebenen, ist aus meiner Erfahrung kaum möglich.


    Mag. Monika Lindner, MA

AHS MaR - Drama in Education
Gymnasium Maria Regina